Zuschüsse und Förderungen für barrierefreies Bauen

Zuschüsse und Förderungen für barrierefreies Bauen

Selbstbestimmtes Wohnen ist ein zentrales Menschenrecht, sagt die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Barrierefreiheit im Wohnumfeld ist aber nicht nur für Menschen mit Behinderung ein Thema. Unsere Gesellschaft altert, zudem prognostizieren Demografen eine Zunahme von Single-Haushalten auch bei älteren Menschen. Wer in seinem Haus oder seiner Wohnung unbeschwert alt werden möchte und keine Hilfe im Haushalt erwarten kann, sollte schon beim Bau Vorkehrungen treffen oder rechtzeitig einen Umbau in Angriff nehmen. Verschiedene Förderungen und Zuschüsse erleichtern die Finanzierung. Das Portal www.darlehenvergleich.net stellt sie vor:

Kredit von der KfW

Die Förderbank KfW, ehemals Kreditanstalt für Wiederaufbau, vergibt mit dem Produkt 159 „Altersgerecht Umbauen“ Kredite bis zu 50.000 Euro. Das Programm umfasst auch Maßnahmen zum Schutz gegen Einbrüche, und es lässt sich mit anderen Produkten, zum Beispiel aus dem Bereich der Energieeffizienz, kombinieren. Interessant ist der Kredit nicht nur durch einen sehr niedrigen Zins, sondern auch wegen einer Laufzeit von bis zu dreißig Jahren bei maximal zehnjähriger Zinsbindung – gerade ältere Menschen werden so ein Darlehen bei ihrer Hausbank vermutlich nicht bekommen oder müssen eine teure Restschuldversicherung abschließen. Ein Abruf in Teilbeträgen ist möglich, die Tilgung kann in Raten oder am Ende der Laufzeit erfolgen (endfälliges Darlehen). Letzteres bietet sich zum Beispiel an, wenn in absehbarer Zeit die Kapitalleistung aus einer Lebensversicherung fällig wird. Auf fondsgebundene Produkte sollte man sich aber nicht verlassen – sie bieten zwar allgemein eine gute Rendite, aber es kann passieren, dass man das Geld genau in einer schwachen Börsenphase braucht. Neben dem Kredit von der KfW gibt es auch eine Zuschuss-Variante (Produkt 455). Hier ist aber seit April 2019 die Bauausführung durch ein Fachunternehmen erforderlich. Bei Eigenleistung werden die Materialkosten nicht mehr als förderfähig anerkannt.

Weitere Ansprechpartner

Neben der bundesweit tätigen KfW gibt es auch Förderbanken der Länder sowie in einigen wenigen Städten auch gezielte kommunale Förderungen. Auskünfte dazu gibt es bei der Stadtverwaltung. Liegt eine Krankheit, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit vor, sollten auch die Sozialversicherungsträger mit ins Boot geholt werden. Die Pflegekasse gibt Zuschüsse zur Verbesserung des Wohnumfelds, um häusliche Pflege zu ermöglichen. Krankenkassen zahlen für Hilfsmittel wie Wannenlift, Haltegriffe oder eine Sitzerhöhung für die Toilette. Geht es um die Teilnahme Schwerbehinderter am Erwerbsleben, sind die Rentenversicherung und die Integrationsämter die richtigen Ansprechpartner. Über sie können auch größere Maßnahmen wie der Bau eines Aufzugs finanziert werden. Schließlich bleiben noch private Stiftungen, wenn Finanzlücken geschlossen werden müssen und besondere Bedürftigkeit besteht.

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