Unfall mit umgebautem Auto! Was Du wissen solltest

Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung ein angepasstes Fahrzeug nutzen, müssen im Falle eines Unfalls auf Besonderheiten achten. Hier ein paar Tipps.

(Quelle: FlickrCC, Autor: marcadore)

Langsam wächst die Zahl der mobilitätseingeschränkten Menschen, die ein angepasstes Auto ihr Eigen nennen, unabhängig davon, ob sie es selbst fahren oder sich darin fahren lassen. In der Regel sind diese Fahrzeuge mit behinderten-gerechten Umbauten versehen und diese stellen einen Mehrwert beim Fahrzeug dar, der nicht automatisch mit versichert ist.

Wenn Dir dein Kostenträger ein Fahrzeug samt Umbauten bewilligt hat, ist das erfreulich. Ein Unfall dagegen ist in jedem Fall ärgerlich. Handelt es sich dabei um ein umgerüstetes Fahrzeug, muss sich der behinderte Besitzer allerdings unter Umständen auf eine aufwendigere Abwicklung gefasst machen – vor allem, wenn die Umbauten durch den Unfall ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Eines vorweg: Grundsätzlich empfiehlt es sich, entsprechende schriftliche Informationen bei sich mitzuführen, wenn Du eine Behinderung beziehungsweise Erkrankung hast, über diese Einsatzkräfte und Ärzte Bescheid wissen müssen – wie etwa zu ansteckenden Krankheiten oder zu sonstigen Besonderheiten.

Behindertengerechte Umbauten der Versicherung melden

Außerdem ist eine versicherungstechnische Frage dringend mit dem Abschluss der Umrüstung zu erledigen. Denn Fahrzeugumbauten sind nicht automatisch bei Deiner Kfz-Versicherung mitversichert. Bei der Versicherung eines behindertengerechten Fahrzeugs ist zu beachten, dass durch die Umrüstung des Autos ein Mehrwert entstanden ist.

Deshalb bist Du als Inhaber des umgerüsteten Fahrzeuges verpflichtet, deiner Kfz-Versicherung den Mehrwert durch die Umbauten mitzuteilen, damit die Umrüstungen mitversichert werden. Eventuell erhöht sich dadurch dein Beitragssatz erheblich, aber einige Versicherungen versichern Fahrzeugumrüstungen bis zu einer gewissen Summe ohne Mehrkosten mit.

Nach Unfall: Zur Werkstatt oder zum Umrüster?

Geschieht Dir ein Unfall mit Deinem umgebauten Auto, bei dem – hoffentlich – keine Personen verletzt wurden, sollte an der Unfallstelle nichts anderes als bei einem gewöhnlichen Auto vorgegangen werden. Sprich: “ Ruf die Polizei, dokumentiere den Schaden und tausche die Versicherungsdaten aus“.

Dann aber gilt es nun, die Schadensbehebung möglichst reibungslos abzuwickeln. Bei Bagatellsachen wie einem zerkratzten Kotflügel oder einer verbeulten Stoßstange kannst Du Dein Fahrzeug – solange es noch verkehrstauglich ist – selbst zur Werkstatt Deiner Wahl fahren und dort zur Reparatur abgeben. Ist dabei ein Fahrzeugumbau beschädigt worden, übergibst Du Deinen Wagen (nach der normalen Reparatur) dem Umrüster.

(Quelle: FlickrCC, Autor: Kecko)

Umrüster sollte bei der Begutachtung dabei sein

Wohin soll der Unfallswagen aber nach einem größeren Unfall – zum Fahrzeugumrüster oder zur Kfz-Werkstatt? Da ist die Situation klar:  Hier immer, das Auto zum Fahrzeugumrüster schleppen zu lassen, damit Sie auch bei der Beurteilung durch den Sachverständigen anwesend sind und auf die eventuellen Unfallfolgen für die Fahrzeuganpassungen hinweisen können.

Ist die Begutachtung abgeschlossen, geht es an die Instandsetzung.  Hier ist die Aufgabenverteilung relativ eindeutig.  Generell kümmert sich die Kfz-Werkstatt um den Wagen und der Umrüster um die beschädigten Fahrzeugumbauten. Die komplette Instandsetzung wird in der Regel vom Umrüster organisiert.

Rundumcheck der Fahrzeugumbauten

Darüber hinaus ist es ratsam,  den Umbau nach einem größeren Unfall komplett prüfen zu lassen, um Spätfolgen, Ausfälle und besonders eventuelle Reparaturkosten so gering wie möglich zu halten.

Solange der Unfallswagen repariert wird, kann bei Bedarf ein angepasstes Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt werden – solange dieses wirklich benötigt wird.

Bezüglich der versicherungstechnischen Abwicklung gibt es im Grunde keinerlei Unterschiede zu nicht behinderten Fahrzeugführern. War der Unfall Deine Schuld, wird bei Vollkasko grundsätzlich der gesamte Schaden – auch der Deiner behindertengerechten Anpassungen – von Deiner Kfz-Versicherung übernommen. Andernfalls ist die Versicherung Deines Unfallpartners zuständig.

 

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