Inklusiv wohnen/inklusiv leben

Pressemitteilung inklusiv wohnen/inklusiv leben

Gebäude und Wohnungen: Nur schwellenfrei ist barrierefrei
Landesregierung fordert erstmals demografiegerechte Türen ohne Schwellen.
Bedarf kann schon jetzt nicht mehr gedeckt werden

Stuttgart: Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) als oberste Baubehörde in Baden-Württemberg verlangt nun mit der neuen Baugesetzgebung seit 01.03.2015 und mit der neuen Liste der technischen Baubestimmungen seit 01.01.2015 sichere und schwellenfreie Gebäude innerhalb des barrierefreien Bauens: „Die weitverbreitete Annahme, zwei Zentimeter hohe Schwellen wären zulässig, traf schon bisher nicht zu“, so das MVI in Stuttgart in einem Schreiben vom Dezember 2014. Das Ministerium fordert das technisch Mögliche: „In Fällen, in denen die technische Erforderlichkeit einer Schwelle nur behauptet und nicht substantiiert begründet wird oder in denen die Planung einer schwellenlosen Erschließung gar nur schlicht vergessen wurde, liegen selbstverständlich keine Ausnahmen im Sinne der genannten technischen Regeln vor und es ist auf Herstellung einer schwellenlosen Erschließung zu dringen.“ Damit hat die baden-württembergische Landesregierung als erstes Bundesland die gesellschaftliche Bedeutung der Schwellenfreiheit erkannt. Der Stein ist ins Rollen gekommen, weil die Unternehmensberaterin Ulrike Jocham, ausgebildete Heilerziehungspflegerin, Dipl.-Ing. in Architektur mit Weiterbildung in Sozialraumentwicklung und Forschung, über Jahre beharrlich am Ball geblieben ist. Im Herbst 2014 hat sie mehrere Wochen tatkräftige Unterstützung insbesondere von Michael Schima, dem Sprecher des Stadtbehindertenrings Geislingen an der Steige (STeiGle), sowie von verschiedenen Verbänden und Experten in eigener Sache erhalten. „Die neue gesetzliche Regelung fordert vom Baugewerbe ein Umdenken, denn bislang sind Nullschwellen an Außentüren die absolute Ausnahme“, sagt Florian Kneer, der Geschäftsführer von Kneer-Südfenster, einem der größten Fenster- und Türenbau-Unternehmen in Baden-Württemberg und im gesamten Bundesgebiet. Das Unternehmen bietet bereits seit sieben Jahren seinen Kunden einen schwellenfreien Übergang selbst bei Balkon- und Terrassentüren an. „Barrierefrei bedeutet null und nicht zwei Zentimeter“, davon ist die Diplomingenieurin und Inhaberin der Unternehmensberatung „inklusiv wohnen/inklusiv leben“ aus Stuttgart, Ulrike Jocham, überzeugt.

Nach den aktuellen Entwicklungen müsste jeder Neubau schwellenfrei sein. Das erfordert allerdings von der gesamten Immobilienbranche eine fundamentale Veränderung und einen erhöhten Beratungsbedarf. Bisher ist die Profession durch eine Kultur des Beharrens und Festhaltens an althergebrachten Lösungen gekennzeichnet. Seit über 15 Jahren gibt es schwellenfreie Lösungen, die von Immobilienanbietern mangels Information nahezu nicht eingesetzt wurden – obwohl die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung („Behindertenrechtskonvention“, BRK) schon seit sechs Jahren in Kraft ist und die Folgen des demografischen Wandels bereits seit mehreren Jahren bekannt sind. Für Unternehmensberaterin Ulrike Jocham ist klar: „Jede unnötig gebaute Schwelle stellt eine Diskriminierung nach der BRK dar, hindert und gefährdet die Nutzer zumeist über mehrere Jahrzehnte hinweg und birgt einen unkalkulierbar hohen Kostenfaktor, unter anderem durch den nötigen Schwellenrückbau, finanziert über Sozialkassen und Steuergelder, Folgekosten durch Stürze und Verletzungen sowie Mehrkosten durch vermeidbare Klinik-, Reha- und Heimaufenthalte. Schwellenfreiheit dagegen bedeutet neben einer inklusiven und benutzerfreundlichen Architektur, die der neuen Vielfalt in der Gesellschaft begegnet (Diversity-Management), eine Optimierung der gesamten Designqualität und eine Wertsteigerung aller Immobilien.“

Kontakt:
inklusiv wohnen, inklusiv leben
Ulrike Jocham
Alexanderstr. 120
D-70180 Stuttgart
Telefon: 0049 (0) 711 3891186
E-Mail: info@inklusiv-wohnen.de
Internet: www.ulrikejocham.de
Bildunterschriften zur Pressemitteilung von inklusiv wohnen/inklusiv leben:
Bild 1:

Bild 1
Autor: Ulrike Jocham

Der Initiator des bundesweit bekannten und sich verbreitenden Bielefelder Modells, die Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH (BGW) baut seit 2005 in alle Hauseingangs-, Wohnungseingangs-, Terrassen- und Balkontüren eine Nullschwelle ein. Das Ziel der BGW ist klar: Das Wohnungsunternehmen will, dass möglichst alle Menschen, auch Menschen mit einem 24-stündigen Pflege- und Assistenzbedarf, die Wohnungen nutzen können. Dafür sind schwellenfreie Türen und Außentüren eine unabdingbare Grundvoraussetzung.

Bild 2:

Bild_2
Autor: Ulrike Jocham

Alle bestehenden Außentüren, können selbst im Altbau wie hier mit einer Nullschwelle ersetzt werden, wenn neben der Türdichtung auch der Türflügel und der Türrahmen erneuert werden. Für diese Umbaumaßnahmen dürfen die Fußbodenhöhen innen und außen allerdings keine zu großen Unterschiede aufweisen. Der bis heute technisch überholte Bau von Türschwellen zeigt: Schwellenfreie Neubauten erfordern keine unnötigen und ausufernden Umbaumaßnahmen, sondern sind ökonomisch, ökologisch und nachhaltig:

Bild 3:

Bild_3
Autor: Ulrike Jocham

Ulrike Jocham ist Dipl.-Ing in Architektur und Heilerziehungspflegerin mit Weiterbildung in Sozialraumentwicklung und Forschung. Mit ihren interdisziplinären Qualifikationen und beruflichen Erfahrungen baut sie mit Beratungen, Vorträgen, Trainings und Publikationen Brücken zwischen allen am Thema Inklusion und Demografie beteiligten Professionen. Mit ihrer neuartigen Schnittstellenkompetenz und ihrem Wissen, das über das klassische „barrierefreie“ Bauen hinausgeht, fördert sie nachhaltige Lösungen, empowernde (stärkende) Architektur und Ressourcen fördernde Vielfaltsentwicklungen.
Hintergrundinformationen-Auswirkungen von kleinen Türschwellen

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.