Fahrdienste für Behinderte Menschen

Quasi ein eigener Chauffeur! Das ist doch der Traum vieler.

So können auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in diesen Genuss kommen. Bringdienste zur Arbeit, zum Doktor oder gar zum Kino – heute eine Selbstverständlichkeit.

Im juristischen Fachausdruck werden diese Sozialleistungen Mobilitätshilfen genannt. Kann ein Mensch aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arzt oder zur Arbeit fahren, übernimmt die Krankenkasse beziehungsweise die Arbeitsagentur / der Rentenversicherungsträger die Kosten hierfür.

Aber was ist, wenn ein Mensch mit seinem Elektrorollstuhl ins Theater möchte und sich ein gewöhnliches Taxi natürlich nicht für den Transport eignet? Müssen fußballbegeisterte, mobilitätseingeschränkte Menschen für ihre Spezialfahrten ins Stadion selber aufkommen? Wer zahlt also Mobilitätshilfen zum Clubheim, zu Freizeitaktivitäten oder zu Verwandtschaftsbesuchen?

Auch behinderte Menschen haben ein Recht auf Freizeit

Zu solchen Zwecken schreibt das Sozialgesetzbuch IX vor: „Hilfen zur Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben“ müssen gewährt werden (SGB IX § 55 Abs. 2). Doch wie wird das genau umgesetzt? Darf ein Betroffener sich nun jeden zweiten Abend ins Kino fahren lassen? Und wo sind die hierfür zuständigen Stellen?

Da „die Ausführungsbestimmungen zum Sozialgesetzbuch Ländersache“ sind, werde der Fahrdienst für behinderte Menschen kommunal geregelt. Die Abwicklung wird unterschiedlich gehandhabt. Wie die Mobilitätshilfe an Ihrem Wohnort gehandhabt wird, erfragen Sie bei Ihrem zuständigen Sozialamt.

Wer hat Anspruch auf Mobilitätshilfen?

Prinzipiell können nur mobilitätseingeschränkte Menschen, die das Merkzeichen „aG“ im Schwerbehindertenausweis haben, die Mobilitätshilfe in Anspruch nehmen. Ausnahmen sind jedoch möglich. Sollte wegen einer schweren Gehbehinderung eine Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht möglich sein, kann einem die Leistung gewährt werden. Den Bedarf wird „das Gesundheitsamt bei einem Hausbesuch“ überprüfen. Zudem darf der eigene Haushalt keinen PKW besitzen.

Ist der Antrag erst einmal bewilligt worden, hat man dann in den meisten Kommunen freie Wahl unter den verschiedenen Fahrdienstanbietern.

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