Amelotatismus

Schon allein das Wort „Amelo“ ruft bei vielen Menschen mit Handicap Gänsehaut hervor. Andere jedoch stehen Amelos offen gegenüber.

Die Begriffsformen für die sexuelle Vorliebe zu Menschen mit Handicap haben sich mit den Jahren geändert. Heute zählt der Begriff des Amelotatismus zu den gebräuchlichsten für die besondere Zuneigung zu Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Amelotatismus leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet soviel wie die Zuneigung (tatis) für Menschen ohne (a) Glied (melos) – sprich: die Zuneigung für Menschen mit fehlenden Gliedmaßen.

Krankheit, sexueller Fetisch oder „ganz normal“?

Nach medizinisch-psychologischer Definition ist Amelotatismus weder eine Krankheit noch ein sexueller Fetisch, da sich die Vorliebe nicht auf unbelebte Gegenstände richtet (Definition bei Wikipedia). Es werden nur Formen des Amelotatismus behandelt, bei denen sexuelle Phantasien zu dranghaften Verhaltensweisen führen, unter denen der Betroffene oder andere Personen leiden.

Dies ist allerdings bei der Mehrzahl der Amelotatisten und ihren Partnern nicht der Fall.

Ich war zunächst geschockt, als ich erfuhr, dass es Menschen gibt, die Vorlieben für Menschen mit Handicap haben. „Zum einen gehen einem da die negativen Sachen durch den Kopf, von denen man schon gehört hat. Zum anderen stellt sich diese Tatsache zunächst als unfassbare Sache dar, dass jemand etwas, das so unperfekt ist, als schön empfinden kann“. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen das es solche und solche gibt, die einen die einen ganz normal behandeln und das fehlende Körperteil als Pluspunkt dazu gehört, und die anderen die nur darauf fixiert sind und wo der Mensch keine große Rolle spielt.

Wenn man sich mit Amelotatisten beschäftigt, weiß man bald, woran man ist. Wenn jemand schreibt: Hallo, ich bin so und so, was fehlt dir?, dann interessiert er sich nicht für dich, sondern nur für deine Behinderung.

Menschen, die nichts von Amelotatisten wissen, geben diesen Menschen oft keine Chance. Jene, die allerdings schon Erfahrung haben, sagen, viele Amelotatisten sind total ok.Und auch ich kann sagen das es stimmt.

Es sind immer die „Bösen“ die auffallen und für Unmut sorgen, diese machen allerdings nur einen geringen Prozentsatz aus. Trotzdem ist es gerade dieser geringe Prozentsatz, der vielen Menschen mit Handicap Angst macht.

Ob und wie weit Sie sich auf Amelotatisten einlassen, können Sie selbst entscheiden. Sagen Sie deutlich und ganz klar „nein“, wenn Sie keinen Kontakt mit einem Amelotatisten möchten oder tasten Sie sich vorsichtig heran, wenn Sie neugierig geworden sind. Es liegt in Ihrem Ermessen!

Und wer sich gerne darüber austauschen möchte hier ist gerade ein neues Forum für Amelos und behinderte Menschen entstanden.

 

 

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